Jugendaustausch

Kommunikation und gegenseitige Besuche

Persönlicher Austausch trotz zeitweise widriger Umstände

Eine dauerhafte Partnerschaft braucht persönliches Engagement und eine große Portion Idealismus und Beharrlichkeit. Neben den ehemaligen Schulleitern der Manka Secondary School, Herrn Tumaini Safiel Chambua und Herrn Humphrey Henry Mmbaga, den Schwestern der Congregatio Jesu (ehem. Maria Ward Schwestern) in Mbizo/Simbabwe allen voran Schwester Thoma, Schwester Xaveria und Schwester Gonzaga waren und sind viele Mitglieder des Aktionskreises maßgeblich an der Aufrechterhaltung der Beziehungen beteiligt. Stellvertretend für alle sind hier zwei Personen zu nennen, ohne die es die Partnerschaft heute nicht mehr gäbe: Josef Kaluza (Initiator und bis heute 1. Vorsitzender) sowie Pfr. Walter Ritter (Initiator und bis zu seinem Tod dem Verein verbunden).

Die Gründung des Vereins „Aktionskreis Schulpartnerschaft e. V.“ im Jahr 1999 war ein wichtiger Schritt, um das zarte Pflänzchen der Partnerschaft der Hildegardisschule mit der Manka Secondary School in Tansania und der Mary Ward Primary School in Mbizo (Simbabwe) in fruchtbarem Boden wachsen zu lassen.

Gerade zu Beginn war die Kommunikation schwierig: Der Postweg dauerte ewig oder die Briefe kamen gar nicht an; gleiches galt für Telefonate und Emails. Erst in den vergangenen Jahren durch den Ausbau von Internet- und Handy-Empfang in Tansania und Simbabwe sind zumindest die technischen Schwierigkeiten Geschichte. Aber trotz moderner Kommunikationswege müssen wir weiterhin stark an unserer wechselseitigen Kommunikation arbeiten. Auch wenn die Informationen nun sicher ihre Empfänger erreichen, bedeutet das noch lange nicht, dass auch die Botschaften angekommen sind. Das ist ein Grund, weshalb die direkten Kontakte so wichtig sind.

Diese begannen gleich nach der Vereinsgründung: 1999 kam die Schulleitung der Manka Secondary School in der Person von Tumaini Safiel Chambua nach Bingen und bereits im Folgejahr 2000 besuchte eine Delegation der Higa die Partnerschule in Manka.

Das waren die ersten Schritte der Begegnung, die sich im Folgenden in einem regelmäßigen Austausch der beiden Schulen im zweijährigen Abstand fortsetzen sollte. Der Austausch unter den Schülerinnen und Schülern steht hier im Vordergrund, so dass meist zehn Higa-Schülerinnen und vier Begleitpersonen nach Tansania aufbrechen, während aus Manka wenn möglich vier Schülerinnen und Schüler und mindestens zwei Erwachsene kommen. Die Besuche aus Manka wurden bis 2015 von Humphrey Henry Mmbaga begleitet, der als Schulleiter auf Herrn Chambua folgte. Dann wurde der Staffelstab an Reverend Luca Mbazi übergeben, der die Schule seit 2018 mit einer kurzen Unterbrechung leitet und den wir bereits bei den Begegnungen 2019, 2022 und 2023 persönlich kennenlernen durften. Kernbestandteile aller Besuche sind zunächst das Kennenlernen von Land und Leuten vor allem durch Einladungen bei verschiedenen Familien sowie durch Safari, Exkursionen und Ausflüge. Besuche im Unterricht der Partnerschule verdeutlichen den Mitreisenden die Unterschiede im Schulsystem aber zeigen auch Gemeinsamkeiten von Schülern bzw. Lehrkräften über die Grenzen der Kontinente hinweg. Letztlich sind es aber die gemeinsamen Aktivitäten auch außerhalb des Unterrichts, die die Menschen zusammenbringen: Volleyball, Bäume pflanzen, gemeinsames Basteln oder Singen usw.

Mit Mbizo ist diese Art der Begegnung aufgrund der schwierigen politischen Situation in Simbabwe bis heute nicht möglich. Kontakte und Begegnungen gab es vor allem mit den Schwestern der Congregatio Jesu in Simbabwe: Sr. Thoma, Sr. Xaveria, Sr. Gonzaga und Sr. Mercy, die uns 2013 und 2017 besuchte.

Josef Kaluza, 1. Vorsitzender des Aktionskreises, machte in seiner Rede anlässlich des 20. Jubiläums des Vereins deutlich: „Das Ziel des Aktionskreises Förderung internationaler Gesinnung, der Toleranz auf allen Gebieten der Kultur und des Völkerverständigungsgedankens ist in Anbetracht der neueren politischen Entwicklung in Deutschland, Europa und dem Rest der Welt vielleicht eins der wichtigsten Ziele. In vielen Begegnungen der vergangenen 20 Jahre haben wir wechselseitig viel voneinander gelernt. Wir haben miterlebt, wie die Menschen in dem Partnerland leben und auch vieles über das Land selbst erfahren. Auch wenn wir mit Englisch eine gemeinsame Sprache teilen, bedeutet das nicht, dass für uns die gleichen Worte die gleiche Bedeutung haben. Wir alle sind einander als Menschen mit unseren Stärken und Schwächen gleich, auch wenn wir – kulturell bedingt – unterschiedliche Sichtweisen besitzen. Deshalb können auch Schilderungen und Bilder nicht die persönliche Begegnung ersetzen. Mit Bereitschaft von beiden Seiten, einander wohlwollend zuzuhören und aufeinander zuzugehen, kann diese Partnerschaft auch in Zukunft weiterleben. Und wenn wir durch alle unsere vielen Aktivitäten auch nur ein klein wenig zum Erreichen dieses […] Ziels beigetragen haben, dann war es den Aufwand wert.“